Die Schlüssel zu einer gelungenen Antritts-Bestandesaufnahme

14 januar 2017 - Eine Bestandesaufnahme darf nie auf die leichte Schulter genommen werden. Im Streitfall über dessen Zustand erlaubt dieses Dokument, die Verantwortlichkeiten des Mieters und seines Vermieters festzulegen.

Die Schlüssel zu einer gelungenen Antritts-Bestandesaufnahme

Eine Bestandesaufnahme beim Bezug eines Wohnobjekts darf nie auf die leichte Schulter genommen werden. Im Streitfall über dessen Zustand erlaubt dieses Dokument, die Verantwortlichkeiten des Mieters und seines Vermieters festzulegen.

 

DIE ANTRITTS-BESTANDESAUFNAHME IST EIN FESTLEGUNGSPROTOKOLL

Das Übernahmeprotokoll sollte möglichst in den leeren Räumlichkeiten und bei Tag erstellt werden.

Vergewissern Sie sich, dass die Beschreibung der Räumlichkeiten ihrem effektiven Zustand entspricht, dass alle Mängel genau und detailliert beschrieben sind und der Besitzer darin sämtliche Arbeiten auflistet, die auszuführen er einwilligt.

Vergessen Sie nicht, bestimmte Details zu prüfen:

  • Zustand der Mauern, Böden und Decken: Weisen sie Löcher, Flecken oder Kratzer auf?
  • Türen und Fenster: Testen Sie die Öffnungen und kontrollieren Sie, ob alle Schlüssel vorhanden sind.
  • Funktionieren die Anlagen für Elektrizität, Gas, Wasser und Heizung einwandfrei?
  • Sind die sanitären Anlagen und Haushaltsgeräte sauber und funktionieren sie einwandfrei?
  • Im Falle einer möblierten Wohnung: Kontrollieren Sie den Zustand des zur Verfügung gestellten Mobiliars.

Denken Sie daran, dass der Mieter ohne schriftliches Einverständnis des Vermieters keine Renovationen oder Arbeiten durchführen darf, auch nicht auf eigene Kosten.

Falls der Mieter nachträglich dennoch einige Mängel entdeckt, muss er den Vermieter so rasch als möglich per eingeschriebenem Brief darüber informieren.

Das Übernahmeprotokoll muss gleichzeitig vom Vermieter und vom Mieter unterzeichnet werden, letzterer erhält davon eine Kopie. Diese Antritts-Bestandesaufnahme ist ein wichtiger Bestandteil des Mietvertrags.

Vernachlässigen Sie diese Etappe nicht, denn sie könnte sich auf Ihre Mietzinsgarantie auswirken!

 

DIE RÜCKGABE-BESTANDESAUFNAHME IST EINE INSPEKTION

Am Tag der Rückgabe des Wohnobjekts, wenn der ausziehende Mieter seine Möbel gezügelt hat, nimmt der Vermieter (oder ein Vertreter seiner Verwaltung) eine Inspektion vor.

Der ausziehende Mieter hat alles Interesse daran, bei dieser Bestandesaufnahme dabei zu sein, um Rechtsstreitigkeiten in Zusammenhang mit dem Zustand der Wohnung zu vermeiden.

Theoretisch ist der Mieter für die altersbedingte Abnutzung der Immobilie nicht verantwortlich. Er muss sie im Prinzip in dem Zustand abgeben, in dem er sie vorgefunden hat, jedoch nicht im Neuzustand. Teppiche, Anstriche und Böden nutzen sich mit der Zeit ab. Hingegen werden Beschädigungen, die über die übliche Abnutzung hinausgehen – wie Brandspuren von Zigaretten, Sachbeschädigungen durch Haustiere, Flecken oder Löcher –dem Mieter verrechnet, wenn er sie nicht behoben hat.

Werden bei der Endkontrolle Schäden festgestellt, für die der Mieter haftbar ist, kann der Eigentümer eine Summe der Mietzinsgarantie zurückbehalten, um sie zu beheben. Übersteigt der Schaden die Mietzinsgarantie, kann der Eigentümer vom Mieter eine Nachzahlung verlangen.

 

GUT ZU WISSEN

Falls kein Übernahmeprotokoll erstellt wurde, kann der Eigentümer nur eine Entschädigung für alle aussergewöhnlichen Schäden verlangen, wenn er die Beweise dafür liefert (Fotos, Kostenvoranschläge für Reparaturen usw.), dass diese beim Einzug des Mieters noch nicht vorhanden waren.